Falsche Einnahme von Medikamenten kann tödlich enden

Falsche Einnahme von Medikamenten kann tödlich endenMedikamente haben nicht selten kryptische Namen, die sehr leicht miteinander verwechselt werden können. Doch in der komplizierten Welt der Arzneien droht nicht nur Verwechslungsgefahr: Auch bei der Dosierung und der Frequenz der Einnahme können große Fehler gemacht werden, die im schlimmsten Fall tödlich enden können.

Mit diesem Artikel möchten wir auf das Problem aufmerksam machen, um welches sich die wenigsten Menschen überhaupt Gedanken machen. 

Verwechslungen auch bei Experten möglich

Nicht nur die Patienten selbst vertun sich häufig bei der Medikation, sondern auch Experten unterlaufen immer wieder schwerwiegende Fehler. Das kann beispielsweise dann der Fall sein, wenn sich die Verpackung eines Medikaments auf einmal verändert. In solchen Fällen kam es bereits vor, dass zwei völlig unterschiedliche Medikamente miteinander verwechselt wurden. 80% aller Behandlungsfehler in Krankenhäusern können auf die Gabe von falschen Medikamenten zurückgeführt werden.

Weitere Fehlerquellen

Abseits von Verwechslungen und falschen Dosierungen kann es auch passieren, dass der Patient bereits andere Medikamente einnimmt, mit denen Wechselwirkungen auftreten können. Oder aber, der Patient leidet unter seltenen Krankheiten, bei denen auf bestimmte Arzneien verzichtet werden sollte (Beispiel: Erektionsstörungen und Herzerkrankungen).

Nicht zuletzt werden die Nebenwirkungen von Medikamenten oftmals unterschätzt. Es kann zum Beispiel passieren, dass ein Patient allergisch auf ein bestimmtes Medikament reagiert.

In Deutschland ist es so, dass jeder zehnte Patient, der in die Notaufnahme kommt, von Nebenwirkungen bestimmter Medikamente betroffen ist. Hierzulande ist dieses Problem allerdings noch relativ klein – in anderen Ländern können 40% aller Notfälle auf Nebenwirkungen von Medikamenten zurückgeführt werden. An diesen Zahlen sieht man bereits, dass die Aufklärung in Deutschland schon recht fortschrittlich – wenn auch nicht perfekt – ist.

Stichwort: Arzneimittelsicherheit

Es gibt bereits eigene Arbeitsgruppen, die sich einzig und alleine um die hier genannten Probleme kümmern. Eine Möglichkeit wäre beispielsweise ein landesweites Computersystem, in welches Medikamente eines Patienten automatisch vermerkt werden. Dieses könnte bei der Gabe von nicht-kompatiblen Arzneien Alarm schlagen. Ein entsprechendes System ist bereits in Entwicklung.

Zuletzt bleibt noch zu sagen, dass Ärzte auch nur Menschen sind. Das Klischee der „Götter in weiß“ ist längst überfällig. Wenn man sich unsicher ist, sollte man daher lieber einmal zu viel nachfragen oder auch einfach selbst die Packungsbeilage studieren.

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