Placebos helfen auch dann, wenn der Patient von ihnen weiß

Placebos helfen auch dann, wenn der Patient von ihnen weißPlacebos genießen keinen allzu guten Ruf. Sie enthalten keine tatsächlichen Wirkstoffe, sondern bestehen zum größten Teil aus Zucker. Wirkung zeigen sie nur dann, wenn der Patient denkt, er würde ein reales Medikament mit realen Wirkstoffen zu sich nehmen.

Doch dem ist nicht so. Eine Studie, die vor fünf Jahren an der Universität von Harvard durchgeführt wurde, hat gezeigt, dass Placebos die gesundheitliche Situation des Patienten erheblich verbessern können – selbst wenn dieser weiß, dass er lediglich Placebos einnimmt.

Die Studie war Grund genug, um weitere Forschungen im Bereich Placebo anzustellen – so geschehen unter anderem an der Universität von Alabama. Was hat man in den letzten Jahren über das Thema Placebos herausgefunden?

Über vergangene Studien

Eine Studie wurde unter Aufsicht von Teri Hoenemeyer an der Universität von Alabama durchgeführt. Die Patienten litten unter dem sogenannten Fatigue-Syndrom. Das Syndrom ist eine Spätfolge der Behandlung von Krebs und äußert sich durch unerträgliche Müdigkeit des Patienten. Insgesamt wurde die Studie über einen Zeitraum von sieben Wochen durchgeführt.

In einer anderen Studie wurde das Reizdarmsymptom mit Hilfe von offenen Placebos behandelt. Patienten, die diese Art der Medikation erhielten, fühlten sich signifikant besser als diejenigen, die keine Placebos erhalten haben.

Wieso funktionieren Placebos?

Es stellt sich die Frage, wieso Placebos tatsächlich eine gesundheitliche Verbesserung herbeiführen können, obwohl dem Patienten bewusst ist, dass er lediglich kleine Zuckerpillen schluckt.

Die Antwort ist ganz einfach: Wenn der Patient daran glaubt, dass das Placebo ihm hilft, geschehen im Gehirn einzigartige Vorgänge, bei denen unter anderem Dopamin ausgeschüttet wird. Der Patient fühlt sich besser, Symptome der Krankheit werden gelindert.

Placebos eignen sich also tatsächlich, um Symptome wie Schmerzen, Müdigkeit usw. zu behandeln. Immer wenn die Psyche mit im Spiel ist, können Placebos helfen. Was sie jedoch nicht können, ist Wunderheilung. Wenn ein Patient einen Krebstumor im Körper hat, dann lassen Placebos diesen keinesfalls schrumpfen. In diesem Fall sind „echte“ Medikamente von Nöten.

Erfolg steht und fällt mit dem Arzt

Placebos haben nur dann Erfolg, wenn der Arzt diesen mit Bestimmtheit voraussagt. Wenn er lediglich anmerkt, dass er nicht wisse, ob Placebos tatsächlich weiterhelfen würden, verliert der Patient seinen Glauben an die Medikation, sodass das Placebo nicht mehr seine volle Wirkung entfalten kann.

Zukünftig können Placebos genutzt werden, um die Menge an Wirkstoffen zu verringern und die Leber des Patienten somit zu schonen. Die Frage ist lediglich, wie Placebos tatsächlich inmitten von realen Medikamenten eingesetzt werden können.

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