Vorsicht vor Zusatzleistungen ohne medizinischen Nutzen

Vorsicht vor Zusatzleistungen ohne medizinischen NutzenÄrzte möchten nicht nur Patienten helfen, sondern natürlich auch Geld verdienen. Das ist uns klar und wir tragen auch keine rosarote Brille, was diese Thematik angeht. Dennoch versuchen immer mehr Ärzte ihren Patienten Zusatzleistungen zu verkaufen, die medizinisch eigentlich gar nicht notwendig sind – und das mit Erfolg!

Patienten schlagen ungern Zusatzleistungen aus, da ihnen ihre Gesundheit am Herzen liegt. Wenn ein Arzt etwas empfiehlt, dann gehen die meisten Patienten dieser Empfehlung auch nach, da der Arzt ja der vermeintliche Experte ist. In den letzten Jahren ist die Zahl der angebotenen Zusatzleistungen rasant angestiegen. Circa 3/4 aller Patienten nehmen diese an und zahlen bereitwillig.

Dennoch sollte man angebotene Zusatzleistungen immer kritisch hinterfragen, bevor man sie annimmt. 

Abzocke oder gesundheitlicher Nutzen?

Wenn man dem behandelnden Arzt unterstellen könnte, dass er dem Patienten nur Gutes wollen würde, dann wäre alles in Ordnung. Statistisch belegt ist allerdings, dass vor allem Patienten mit hohem Einkommen Zusatzleistungen angeboten werden – nicht etwa besonders alten oder angeschlagenen Patienten. Das zeigt, dass vor allem der Verdienst des Arztes im Vordergrund steht.

Die Gesetzlichen Krankenkassen betrachten diese Entwicklung mit Sorge, auch wenn der Patient die Kosten selbst zu tragen hat. Sie teilen allerdings offen mit, dass Zusatzleistungen häufig medizinisch irrelevant sind und lediglich das Portemonnaie entschlacken.

Vorsorge ist gut – aber man sollte nicht übertreiben

Die wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen werden von der Krankenkasse bezahlt. Das ist jedoch nur dann der Fall, wenn man auch Vorsorge betreiben sollte. Dies ist – je nach Untersuchung – normalerweise erst im höheren Alter der Fall. Ab 55 kann man sich beispielsweise regelmäßig auf Kosten der Gesetzlichen Krankenkassen auf Darmkrebs untersuchen lassen.

Eine unsinnige Zusatzleistung wäre beispielsweise, wenn sich ein 20-jähriger, gesunder Mann ohne Risikofaktoren jährlich auf Darmkrebs untersuchen lassen würde. Das kommt in der Realität natürlich normalerweise nicht vor, wir wollten unseren Lesern allerdings ein überspitztes Beispiel präsentieren, um die Situation zu erklären.

Fazit: Zusatzleistungen hinterfragen

Wenn einem Patienten Zusatzleistungen angeboten werden, sollte man deren Sinn grundsätzlich hinterfragen. Wenn man sich nicht sicher ist, kann man bei der Krankenkasse nachfragen, ob die angebotene Untersuchung sinnvoll ist. Auch die Meinung eines weiteren Arztes kann natürlich eingeholt werden.

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