Wann kommt die Digitalisierung von Patientendaten?

Wann kommt die Digitalisierung von Patientendaten?Momentan fällt ein Paradoxon auf, wenn man Fitness-Armbänder mit der Handhabe von Patientendaten im medizinischen Sinne vergleicht: Fitness-Armbänder und Fitness-Uhren laden sämtliche Daten, wie beispielsweise Puls, Gewicht, Größe, zurückgelegte Strecke und vieles mehr auf die verschiedensten Cloud-Server hoch, während Patientendaten bei Ärzten noch mittelalterlich in Papierform aufbewahrt werden.

Die Gründe dafür sind Angst vor Datenschützern und immense finanzielle Ausgaben. Nichtsdestotrotz wurde bereits vor 10 Jahren die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte beschlossen. Das Problem dabei: Die Gesundheitskarten sind da, jedoch enthalten sie kaum Daten über den Patienten, sodass sie im Prinzip nutzlos sind. Lediglich ein Bild des Patienten wird auf der Karte abgebildet.

Die Politik will an diesem Zustand allerdings nun etwas ändern – und das ganz datenschutzkonform. 

Elektronische Gesundheitskarten – So sollen sie funktionieren

Auf der elektronischen Gesundheitskarte sollen Daten, wie die aktuelle und vergangene Medikation, allgemeine Gesundheitswerte (Ergebnisse von Belastungstests und Co) und Krankheiten abgespeichert werden. Die Speicherung soll dabei verschlüsselt erfolgen, sodass sich niemand unbefugt Zugriff auf die Patientendaten verschaffen kann.

Nur in Kombination mit einer PIN-Nummer, die nur der Patient kennt, und einem speziellen Ausweis, den nur Ärzte und Apotheker haben, können die Daten eingesehen werden. So sieht der Arzt beispielsweise auf den ersten Blick, welche Medikamente der Patient zur Zeit einnimmt. So können Wechselwirkungen mit neuen Medikamenten von Anfang an ausgeschlossen werden. Man spricht sogar von einer digitalen Prüfung der Wechselwirkungen in Kombination mit Vorschlägen für weitere Medikamente – ein Traum für die Pharmaindustrie.

Unsere Meinung – Pro und Contra

Grundsätzlich finden wir die Idee des „gläsernen Patienten“ gut, da so zumindest teilweise Behandlungsfehler ausgeschlossen werden können.

Jedoch finden wir auch, dass eine solche Automatik Ärzte dazu verleiten könnte, dass sie ihre Köpfe nicht mehr einschalten. Ärzte machen sich gar keine Gedanken mehr über den Patienten, da sie lediglich Werte vergleichen und digitale Fragebögen abarbeiten. Eine solche Entwicklung kann allerdings bei der Diagnose und Behandlung von Krankheiten nicht ideal sein, da sich Medizin und Biologie nicht in einen Rahmen pressen lassen.

Dennoch sind wir uns sicher, dass eine solche Technik nur schrittweise eingeführt wird, weswegen man sich vorerst keine Sorgen machen muss. Man sollte sich einer möglichen Entwicklung in die falsche Richtung allerdings stets bewusst sein.

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