Wieso gibt es so wenige Medikamente speziell für Kinder?

Wieso gibt es so wenige Medikamente speziell für Kinder?Die medizinische Versorgung von Kindern ist im Normalfall kein Problem. Typische Kinderkrankheiten können effektiv mit speziellen Medikamenten behandelt werden, die überall erhältlich sind. Problematisch wird es jedoch, wenn Kinder unter Krankheiten leiden, die nicht typisch für dieses Alter sind. In diesem Fall gibt es häufig keine besondere Behandlungsmethode, da diese nur auf Erwachsene zugeschnitten sind. Oft wissen die Hersteller selbst nicht, wie Kinder auf die entsprechenden Medikamente reagieren würden.

Warum ist das so?

Der Stoffwechsel von Kindern unterscheidet sich immens von dem älterer Menschen. Aus diesem Grund können Medikamente nicht auf das jeweilige Körpergewicht heruntergerechnet werden. Spezielle Anweisungen gibt es nicht, da die Behandlung von Kindern nicht lukrativ genug für Pharmakonzerne ist. Die Folge: Medikamente werden nur an Erwachsenen getestet und speziell auf diese zugeschnitten.

Firmen sollen Medikamente für Kinder schmackhaft gemacht werden

Während Pharmakonzerne am liebsten gar nichts mit Kindern am Hut hätten, sind entsprechende Behörden natürlich daran interessiert, dass auch Kinder in jedem Fall die nötige Behandlung erhalten. Im Jahr 2006 wurde beispielsweise verabschiedet, dass Medikamente mit spezieller Zulassung für Kinder ein längeres Schutzpatent erhalten. Die Rede ist dabei von einem halben Jahr, in dem dem Pharmakonzern die Rechte am selbst entwickelten Wirkstoff weiterhin alleinig gehören. Der mögliche Gewinn eines solchen Zeitraums ist nicht dabei nicht zu unterschätzen und wird durchschnittlich mit einer sechsstelligen Summe beziffert.

Gebracht hat diese Regelung in den letzten neun Jahren allerdings nichts. Die Pharmafirmen konzentrieren sich auch weiterhin hauptsächlich auf Erwachsene. Die Studien an Säuglingen und Kleinkindern seien zu kompliziert und es fehle häufig an Freiwilligen. Der Kosten-Nutzen-Faktor ist und bleibt für Pharmakonzerne einfach zu gering. Schließlich handelt es sich dabei nicht um Wohlfahrtsvereine, die der Gesellschaft etwas schuldig sind.

Zukünftige Entwicklung

Experten fordern, dass Kindermedikamente ähnlich oder gleich behandelt werden wie Medikamente, die nur bei sehr seltenen Erkrankungen zum Einsatz kommen. Solche Medikamente haben geringere Zulassungsvorschriften und werden komplett erstattet, um sie rentabel zu machen. Laut vielen Experten ist dies die einzige Möglichkeit, um Pharmakonzerne dazu zu bringen, Medikamente für Kinder zu entwickeln.

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